Mexiko: Die bunte Metropole

Eine Woche verbringen wir in Mexiko Stadt, dieser Metropole mit über 20 Millionen Menschen. Von unserem Hotel aus gehen wir am ersten Morgen durch teils baumbestandene Straßen in Richtung Zentrum. An vielen Ecken stehen Imbissstände, vor denen Männer in Anzügen müde noch ein schnelles Frühstück reinschieben. 

Dann stehen wir am Zocalo, dem zentralen Platz der riesigen Stadt, einem weiten Feld mit nur wenig Charme. An einer Ecke demonstriert eine Gruppe Feuerwehrleute und mehrere uniformierte Leierkastenmänner spielen so gotterbärmlich schlecht, dass es weh tut.

Der Zocalo in Mexico City mit Kathedrale


Viele der historischen Bauten sind krumm und schief. Als die Spanier den einst riesigen See trockenlegten, auf dem die alte Stadt stand, gab der Untergrund nach. Wir besuchen die wuchtige Kathedrale, die wirkt als könne sie jeden Moment krachend zusammenstürzen, und schauen uns nebenan die Grundmauern des einstigen aztekischen Templo Mayor an. Vielmehr ist von der Hauptstadt der Azteken nicht geblieben.

Vorbei an Straßenmärkten und durch Fußgängerzonen, durch schattige Parks und kleinen Plätzen. Per Zufall entdecken wir in einem alten Bankgebäude eine hervorragende Foto-Ausstellung. Allgemein ist Mexico City viel entspannter als wir es von einer so großen Stadt erwartet hatten. Die Sonne beginnt einzuheizen. Die Plaza Garibaldi liegt faul in der Mittagshitze. Abends ziehen hier Mariachi-Musiker und angeblich Taschendiebe ihre Runden.

Plaza Garibaldi mit Mariacchi-Statue
Schuhputzer in Mexiko Stadt


Wir besuchen das gewaltige Denkmal der mexikanischen Revolution von 1910. Durch’s Kellergeschoss und vorbei an Kunstinstallationen geht es zu einem Glasfahrstuhl, der uns hoch zur Kuppel bringt. Über eine Wendeltreppe gelangen wir zur Aussichtsterrasse, von der unser Blick über die Stadt schweift, welche sich in der Ferne im Dunst verliert. Die Sonne hängt noch grell am Himmel.

Blick vom Revolutions-Monument


Pause im nahen Café Ramona, das witzig über und über mit zig Disney-Souvenirs geschmückt ist: Goofy-Figuren, Arielle-Puppene, Minnie-Ohren, Mickey-Handschuhe. Die Toiletten sind mit Comic Strips tapeziert. Ich find’s klasse.

An einem weiteren Tag kommen wir in den Stadtteil Coyocan. Hier lebte einst Frida Kahlo, diese außergewöhnliche Künstlerin. Für ihr altes Wohnhaus – das „Blaue Haus“ – haben wir Eintrittskarten vorab gebucht. Der Andrang ist groß. Das Haus ist schön mit einem herrlichen Garten. Die Ausstellung zeigt ein paar feine Werke Frida’s und ihres Mannes Diego. 

Im Anschluss bummeln wir durch das tiefenentspannte Viertel mit seinen ruhigen und gepflegten Straßen. An einem schattigen Platz essen wir sehr gut zu Mittag. Leider spielt daneben schon wieder ein Leierkastenmann. Wie jännerlich das geht ist echt erstaunlich. Wir schlendern über einen weiteren Markt, durch einen Park, vorbei an stattlichen Häusern. Mexiko stellt sich recht zweigeteilt dar: Wohlhabende Menschen, die joggen, feine Anzüge tragen, ausgehen, ihre Hundchen ausführen und auf ihren iPhones herumtippene. Daneben bittere, einfache Armut. Harte Kontraste.

Kleine Gassen in Coyoacan
Parkbank in Coyoacan
Brunnen im Rathaus von Coyoacan


Das Viertel um unser Hotel herum wirkt bohemienhaft. Das Schwabing Mexico Citys, scherze ich. Viele Lokale und Cafés. Da gibt’s das eine Restaurant, in dem wir fantastische Burger essen. Oder die hippsterige Bar in einem alten Hof, mit Palmen und offenen Dach und Lichterketten. Ein DJ legt auf, das Essen ist gut. Zum ersten Mal übrigens in Mexiko. Ein wenig werden wir mit der mexikanischen Küche, die uns zwei Wochen lang so gefrustet und gelangweilt hat, versöhnt. Zum Abschluss gibt’s noch Churros in einer Bäckerei gegenüber vom Hotel.

An unserem letzten Tag spazieren wir durch die edel-entspannten Viertel Roma und Codesa, frühstücken in einem lästig-teuren Café Obst und perfekte Pancakes, und bummeln hinüber zum Park von Chapultepec. An einem Baum sehe ich kurz einen Kolibri vorbeiflitzen. Dogwalker führen ihre Schützlinge aus…

Das Anthropologische Museum ist unser Ziel. Architektonisch ist es mit seiner großen Plaza und dem Freidach, das von einer Säule getragen wird, an der ein Wasserfall hinunterrauscht, reizvoll. Die Sammlung ist beeindruckend und zeigt die verschiedenen Völker und Kulturen, die Mexiko ausmacht. Nochmals sehen wir die Überbleibsel der Maya, Zapoteken und Azteken.

Das Anthropologie Museum in Mexiko Stadt
Der Sonnenstein im Anthropologie Museum von Mexiko Stadt
Eine klassische Flug-Darbietung
Fliegender Azteke


Für das letzte Abendessen wollen wir uns was gönnen und landen so im „Nudo Negro“, das sich ganz passabel an mexikanisch-asiatischer Fusion-Küche versucht. Wir sind irritiert als uns der Kellner in die Küche bittet, die im oberen Stockwerk liegt. Vor uns bereitet nun eine junge Köchin Tamales auf einer Mole (einer mexikanischen, dicken Sauce) vor und erklärt schön, womit sie diesen kleinen Gruß aus der Küche anrichtet. Cool. 

Das Essen selbst ist sehr gut. Allerdings hat Daniel Pech, da der wohl noch sehr neue Kellner ihm konsequent über alle Gänge hinweg das falsche bringt. Die Desserts machen das allerdings wett: Cheesecake Baklava für ihn, Coco-Biscuit für mich.

Mit zwei Mezcal beschließen wir den Abend. Das Viertel ist cool, Mexico City überrascht. Morgen geht der Flieger heim.

Statue im Abendlicht

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