Mexiko: Traum am Pazifik

Noch einmal sind wir ans Meer zurückgekehrt. Dieses Mal ist es der Pazifik, der sich endlos vor uns erstreckt. Das Wasser ist ungewöhnlich ruhig und warm. Die Sonne strahlt und keine Wolke ist am Himmel. 

Mit dem Nachtbus kamen wir nach Huatulco. Ein wenig konnte ich schlafen. Nicht besonders, doch auch nicht schlecht. Nachtflüge sind unangenehmer. Die Überlandbusse in Mexiko erweisen sich als recht bequem. Gegen 3 Uhr früh hält der Bus für eine halbe Stunde irgendwo im Nichts. Die Fahrer machen an einer einfachen Raststätte mit Plastikstühlen und müde dreinschauenden Kellern Halt. Ich tu ein paar Schritte hinaus auf die leere Landstraße. Es ist warm und windig – und über mir funkeln tausende Sterne. Ein Traum.

Weiter. Als ich gegen halb sieben mit Schlaf in den Augen die Vorhänge neben meinem Sitzplatz bei Seite ziehe erblicke ich den Pazifischen Ozean. Um 8 Uhr sind wir in Huatulco. Der Ort ist ein Ferienresort, eine Retorte. Doch recht entspannt und nicht zu massig bebaut. Ein paar Tage kann man sich hier wohlfühlen, dann wird’s hier wohl auch reichen. Daniel bucht einen Tauchgang für morgen bei Luca, einem Italiener, der eine Tauchschule leitet. Zu seinen Füßen liegt ein treuseliger Hund.

Strandbars entlang der Bucht
Menschen baden in den Wellen


Es ist herrlich heiß. Die Kleidung klebt am Körper. Vor einem Pavilion mit Café sitzen wir unter schattigen Bäumen und trinken Frucht-Drinks. Ich probiere die wunderbar süße Tamarinde. Vögel singen in den Ästen und aus einem Lautsprecher klingt eine Beethoven Symphonie. Welche bloß? Ich bin zu müde, als dass mein Hirn dies erkennen könnte.

Für den Nachmittag organisieren wir eine Tour mit Quad-Bikes. Zwei Jungs, sicherlich noch keine 18, sind unsere Guides. Auf’s Fahren lege ich keinen Wert, den Spaß überlasse ich Daniel. Von der Straße biegen wir links in den Wald ein, es geht über staubige Wege. Schnell umhüllt uns eine dicke Wolke. Die Klamotten stehen vor Schmutz.

Eine Frau am Strand von Cacaluta


Dann erreichen wir den Strand von Cacaluta: eine weite Bucht mit weiß-goldenem Sand. Das Meer ist glasklar und warm. Die Wellen rauschen. Die Brandung hat Kraft, doch nicht zu viel als ich mich in ihr unwohl fühle. Außer uns ist weit, weit in der Ferne nur noch ein Paar zu sehen. Sonst alles menschenleer. Ein Traum, schon wieder. So schön, dass ich kaum sprechen mag. Die Zeit scheint still zu stehen. Über uns im tiefblauen Himmel ziehen Bussarde ihre Kreise. 

Weiter geht’s mit den Quads zur nächsten Bucht, zum Strand von Organo. Im Wasser sehen wir Fische. Hier sollen wir Schnorcheln. Doch es dauert nicht lange, da habe ich Wasser in meiner Brille. Mir ist klaustrophobisch zu Mute und ich verliere die Lust. Stattdessen döse ich im Sand. Wie benommen bin ich von der Schönheit dieses Ortes. Die kurze Nacht tut den Rest. Vereinzelt springen Fische aus den Wellen. In den Bäumen hinter uns sitzen Adler. Und wieder kaum Menschen. Zwei junge, sehr verliebte Paare genießen die Abgeschiedenheit: Teenager, die miteinander im Sand spielten und sich im Wasser treiben ließen… ein Junge und ein Mädchen, und zwei Jungs. Für den Augenblick wirkt alles so sorgenfrei. Die Sonne steht tief, die Schatten sind lang und die Wellen haben etwas hypnotisches. Gedankenverloren male ich Muster und Figuren in den heißen Sand.

Fußspuren am Strand von Cacaluta
Am Strand von Cacaluta in Huatulco
Sand und Hütte und blauer Himmel
Brandung am Strand von Cacaluta


Es ist Abend, frisch geduscht und umgezogen – was nach knapp zwei Wochen Rucksack-Reise auch immer schwieriger wird – sitzen wir in einem Lokal namens „Guns and Beers“. Es läuft laut Metal Rock, an der einen Wand steht ein Billiard-Tisch. Das Publikum besteht neben uns fast ausschließlich aus sehr weißen Amerikanern jenseits der 40 in klischeehaftem Touristen-Outfit, die sich bei der Musik von Nirvana und Guns’n’Roses wehmütig an ihre Jugend zu erinnern scheinen. Wir trinken Bier, Mezcal und Cola und essen Burger und Pasta.

Am nächsten Tag erwischt uns beide heftiger Durchfall. 


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