Pause auf Ägina

Ein grauer Wolkenvorhang liegt über dem Meer. Leise schwappen sanft Wellen an die Bucht. Zwischen Blumen und Büschen sitzen wir Zwei dort auf einer etwas brüchigen Holzbank und lesen. Von Göttern und Helden einer langst vergangenen Epoche. Was schon etwas geeky, dorky, nerdy ist – und uns gefällt. Links neben uns ragt eine einsame Säule in die Höhe. Viel mehr ist von diesem einstigen Tempel des Apollon nicht übrig geblieben…

 

Blumen in der Bucht von Ägina mit den Ruinen des Apollon-Tempel verschwommen im Hintergrund

 

Wir machen Pause. Nach zwei Tagen Ganz-viel-Sehen in Athen sind wir am Morgen vom Hafen in Piräus aus auf die vorgelagerte Insel Ägina gefahren. Einst ein scharfer Konkurrent des antiken Athens ist die Insel heute eher ein angenehm verschlafener Vorort der griechischen Hauptstadt.

Das kleine Städtchen ist charmant: In den Gassen spazieren wir an Gemüsehändlern, Mode-Boutiquen, Bäckereien, Buchhandlungen, Haushaltswarengeschäften und Souvenirläden vorbei. Es ist Frühling und noch ruhig in den Straßen. Zu Mittag essen wir in einem Imbiss ein einfaches doch sehr gutes Souvlaki, welches uns der engagierte junge Wirt mit viel Enthusiasmus als „the best in Greece“ anpreist. Danach gönnen wir uns Kekse und honigtriefendes Baklava. 

 

Eine weiße Kapelle an der Hafeneinfahrt von ÄginaEin alter Mann liest am Hafen von Ägina ZeitungFrische Artischocken bei einem Gemüsehändler auf ÄginaEine kleine Taverne mit Menschen in den Gassen von Ägina

 

Vor einer Kirche spricht uns eine Frau auf Deutsch an. Sie sei Griechin aus NRW. Unbedingt müssten wir uns dieses Kloster im Inselinneren ansehen. U-N-B-E-D-I-N-G-T. Taxis fahren von der Stadt aus dahin. Kurz überlegen wir. Doch wir wollen nicht. Es ist uns nach Nichts zu mute. Das darf mal sein, oder?

Dann entdecken wir diese Bucht und tun einfach… Nichts. Ganz zart regnet es, was jedoch nicht stört. Es ist still. 

 

Ein Fischerboot kehrt von Möwen umkreist heim in den Hafen von ÄginaEine alte Ente steht direkt am Meer auf Ägina

 

Am Abend setzen wir uns in ein Café. Das Dekor ist umwerfend schön; als es dunkel wird leuchtet die Einrichtung. Wohl fühlen wir uns. Was auch an dem herzigen jungen Kellner liegt, der uns mit solcher Freundlichkeit bedient, dass ich ihm zum Abschied am liebsten umarmen möchte. Vielleicht hätte ich das tun sollen…

 

Ein hell-erleuchtetes Café am Hafen von ÄginaStühle an Deck einer Fähre zwischen Ägina und Athen

 

Mit der Fähre fahren wir zurück nach Athen. An Deck ist es kalt, so nehmen wir im großen Salon Platz. Die Einrichtung ist altbacken, in Blau- und Brauntönen. Auf einigen der Sofas schlafen Passagiere. Ein junges Paar fällt mir ins Auge: Er liegt, hat seinen Kopf in den Schoß seiner Freundin gelegt, und sie streichelt ihm sanft-lächelnd das Haar…

Bald sind wir zurück in Athen. Morgen ist unser letzte Tag hier.

 

 

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2 Gedanken zu „Pause auf Ägina

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