In Padua

Dieses Padua gefällt mir sehr: Reichlich Leben herrscht in den alten, kopfsteingepflasterten Gassen. Viele Studenten. Und das schon seit 800 Jahren. Eine der ältesten Universitäten der Welt. Ich verirre mich in den arkadengesäumten Straßen und dringe immer tiefer in das mittelalterlichen Herz der reichen und stolzen Stadt vor…

 

Padua: Piazza dei Signori mit KirchePadua: Der geflügelte Löwe Venedigs steht auf einer Säule auf der Piazza dei SignoriPadua: Springbrunnen vor einem Palazzo

 

Ich besichtige die alte Universität. In einer Ecke steht ein wuchtiges Podest aus wurmstichigen Brettern: Der Katheder des Galileo Galilei, von dem er aus vor 400 Jahren seine Vorlesungen hielt. Dann zog er sich wieder zurück in sein Haus ein paar Gassen weiter, um dort die Monde des Jupiters zu entdecken… Auch sehenswert: das kunstvolle, alte anatomische Theater, wo – sehr zum Missfallen der katholischen Kirche, doch was missfällt der nicht? – vor hunderten von Studenten Leichname seziert wurden.

 

Padua: Arkadengang, an einer Mauer wächst EfeuPadua: Arkadengang mit dicken Säulen und Lampen, die an der Decke hängenPadua: Arkadengang in einer der vielen kleinen Straßen

 

Die Gassen werden gesäumt von endlosen Arkaden, die gute Dienste gegen den gelegentlichen Regen leisten. Immer weiter verlaufe ich mich in diesem Gewirr, selbst wenn ich doch nur geradeaus gehen möchte. Ich liebe es…

 

Padua: Springbrunnen im Botanischen GartenPadua: Libelle im Botanischen GartenPadua: Seerose im Botanischen GartenPadua: eine junge Frau fotografierte Kakteen in Blumentöpfen im Botanischen Garten

 

Schließlich finde ich doch mein Ziel: den hübschen Orto Botanico, seit bald fünf Jahrhunderten Heilgarten der Universität. Heute gilt er als Weltkulturerbe. Zu recht. Ich geselle mich zu der Reisegruppe, die vor einer eingehausten, fransigen Palme steht. Goethes Palme. Auf seiner italienischen Reise lies sich der große Dichterfürst genau von diesem Baum zu ein paar pseudo-wissenschaftlichen Beobachtungen hinreissen. Es sei ihm verziehen. Nun stehe ich also vor seiner Palme…

 

Padua: geschmückter Säulengang des Palazzo della RagionePadua: Blick von oben auf Straßencafé

 

Beindruckend schön: der Palazzo della Ragione, ein gewaltiger, reicht geschmückter Bürgersaal, von dessen Galerien sich der Blick auf den Marktplatz öffnet. Marktstände gibt es auch im Erdgeschoss des steingewordenen Selbstverständnisses des Paduaer Bürgertums. An kleinen Läden vollgestopft mit Käse, Salami, Schinken, Wein, Pasta und vielem mehr streife ich vorbei… dann setze ich mich an einen der Tische der vielen Bars rund um den Platz und bestelle ein Glas Vino Biancchio.

 

Padua: der riesige Prato della Valle

 

Der Prato della Valle ist ein riesiges Oval, umringt von stolzen Häusern. In der Mitte liegt eine angenehme Grünfläche mit schattigen Bäumen, im Zentrum ein plätschernder Brunnen, um den sich die Busreisegruppen versammeln. Hunderte Statuen berühmter und wohlhabender Söhne (sorry liebe Töchter!) der Stadt stehen an einem Wassergraben, in dem sich die nahen Gebäude hübsch spiegeln. Der Reiseführer verrät, dass dies einer der größten innenstädtischen Plätze der Welt sei. Ich höre einem nahen Straßenmusiker zu, atme durch.

Ja, Padua gefällt mir sehr.

 

 

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