Das U3-Projekt (1/3)

Verregneter Sonntag. Was tun? Ich schnappe die Kamera und tauche ab in die U-Bahn. 45 Minuten brauche ich, dann hab ich den nördlichen Endhaltepunkt meiner U-Bahnlinie – der U3 – erreicht. München ist groß, das vergesse ich im Alltag viel zu leicht. Jetzt steh ich in Moosach. Und bleibe unter der Erde.

Ich will fotografieren. Und zwar die verschiedenen U-Bahnstationen entlang dieser Linie. Bis nach Hause, bis nach Obersendling. Etwas mehr als 4 Stunden werde ich dafür brauchen.

Noch ein Experiment: ich will nur meine 35 mm Festbrennweite benutzen. Ein tolles Objekt, nicht das geilste für solche Architekturfotos, aber das ist mir irgendwo egal. Ich will einfach.

Und so beginne ich, Bilder zu schießen:


 

Moosach blüht. Große Blumen schmücken die hohen Wände des Bahnhofes. Er gehört zu den beiden jüngsten in München. Schicke Leuchter hängen von der Decke. Und dann sind da eben diese Blumen.

 


Der Moosacher St.-Martins-Platz wurde gemeinsam mit dem Halt Moosach eröffnet. Ein Fototeppich bedeckt die Wände, was mir instinktiv besser gefällt. Viel grün. Durch Lichtschächte fällt Tageslicht herab, der Himmel ist weiter grau, sehe ich. Wieder diese schicken Lampen.

 


Glänzender Stahl, gezackt wie ein Reibeisen. Es ist kühl, und doch fühle ich mich am Olympiaeinkaufszentrum (auch OEZ genannt) wohl. So wohl es sich eben in einer U-Bahn anfühlt. Hier gibt’s den Umstieg zur U1, die einige Meter über mir liegt. Ich höre die Durchsagen vom dortigen Gleis. Doch das schaue ich mir ein andermal an. Heute bleibe ich auf der U3.

 


In Oberwiesenfeld habe ich Sauglück mit dem Licht, das hier durch Schächte in der Decke fällt. Die orangene Wand leuchtet. Zum Fotografieren macht das großen Spaß.

 


Besonders schön ist das Olympiazentrum nicht – und doch beflügelt es meine Fantasie. 1972 war es Tor zu den Spielen. Damit gehört es zu den ältesten Münchner U-Bahnhöfen, eröffnete unsere U-Bahn doch erst zu Olympia. Immer noch stehen hier viele Touristen rum. Das Stadion ist immer noch sehenswert. Schöner, als so manches was seitdem errichtet wurde. Daneben baut BMW Autos. Und die dazugehörige Welt ist Spielplatz und architektonisches Highlight Münchens.

 


Weiter an den Petuelring. Die Station ist schlicht. Der Charme versteckt sich. Ich denke, ich habe ihn gefunden…

 


Scheidplatz, another Galaxy. Blaue Kachelwände, mit orange-roten Einschlägen. Die erinnern mich an Sternennebel, an unendliche Weiten. Eine einsame Frau steht auf der Rolltreppe. Umstieg auf die U2 möglich, ich bleib auf der U3.

Fototour entlang der Münchner U3: Rolltreppe am Scheidplatz

 


Am Bonner Platz langweile ich mich das erste Mal. Die Unterschiede zum Petuelring sind da, aber schnell entdeckt. Nach fünf Minuten lese ich SZ auf meinem iPhone, warte auf die nächste U-Bahn.

 

 

Nächster Halt: Münchner Freiheit.
Fortsetzung folgt.

 

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3 Gedanken zu „Das U3-Projekt (1/3)

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