Hinter den Kulissen: die Bavaria Filmstadt

Jetzt ist es doch passiert: Kathrin, unser Tour Guide, ruft mich auf die Bühne. Mist. Ich hasse das. Tief durchatmen. Hilft ja nix, dann mach ich das halt richtig. Der Rest der Besuchergruppe starrt mich an; meine Freunde schießen enthusiastisch Fotos von meinem „Auftritt“. Wenigstens sie haben im Augenblick Spaß… Katrin erklärt, was ich zu tun habe. Ich stehe im Set von “Sturm der Liebe”. 2 Millionen Menschen schauen täglich die Telenovela. Ich kenne sie nicht. Von einem Bildschirm soll ich Text ablesen. Die Schauspieler der Serie werden in meine Performance hineingeschnitten. Ich bin zu schnell mit meinen Zeilen. Oder die anderen zu langsam. Schauspielerisch schlag ich mich nicht schlechter als die Profis der Daily Soap. An eine Filmkarriere denke ich trotzdem besser nicht.

Heut hab ich Geburtstag, ich werde 35, und mit Freunden mache ich etwas, was ich seit bald 20 Jahren nicht mehr gemacht habe: Wir besuchen die Bavaria Filmstadt bei München.

Es ist ein grauer Herbsttag, uns ist kalt und Kathrin scheucht uns mit viel Elan über das Filmgelände. Ich bin erstaunt, wie viel hier geschieht. Wir laufen durch die Air Force One, in der zuletzt Samuel L. Jackson drehte. Bei der Produktion fackelte die Crew versehentlich den nahen Wald ab – seitdem kann die Telenovela keine romantischen Waldspaziergänge mehr zeigen. Weiter vorbei an einem versteinerten Jimmie Blue Ochsenknecht, durch das Arbeitszimmer von König Ludwig II. und den Außensets der Rosenheim Cops.

Der lebensgroße Fuchur aus der Unendlichen Geschichte ist fester Bestandteil jeder Tour der Bavaria Filmstadt

In einem Studio sehen wir einen sehr motivierten Moderator Pullis für einen Shopping-Sender anpreisen. Was allerdings “cashmerelike” bedeuten soll, wollen wir besser nicht wissen.

Alte Klassiker, die ich noch aus Schulzeiten kenne, gibt es immernoch: die Enge von Wolfgang Petersens “Das Boot”, der Ritt auf Fuchur aus “Die Unendliche Geschichte”. Zuletzt sehen wir noch das Wikinger-Dörfchen Flake aus “Wickie und die starken Männer”. Die knapp zwei Stunden sind rasend schnell vergangen. Ich bin beeindruckt. Gerne komme ich wieder… vielleicht bevor nochmal 20 Jahre vergangen sind.

Das Straßen-Set der Bavaria Filmstadt

 

Wir hätten vorher etwas trinken sollen…

Ach, da war ja noch was: das Bullyversum. Eine zusätzliche Attraktion, direkt neben dem Eingang der Filmstadt, gewidmet den Filmen von Michael “Bully” Herbig. Als ersten bestaunen wir sein Kettcar aus Kinderzeiten. Die Traumschiff Surprise-Show verpassen wir. Ich bin nicht traurig. Die Fahrt durch die Bully-Filme ist bizarr. Vermutlich hätten wir vorher was trinken sollen. Doch keiner von uns hat einen Flachmann dabei. Die Mitarbeiter sind nett, doch es fällt uns schwer, hier länger als 20 Minuten zu bleiben.

Die nächste Enttäuschung: beim McDonald’s der Filmstadt gibt es kein Bier. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Ein bisschen Info

  • Die Eintrittspreise sind gestaffelt: Erwachsene zahlen für die komplette Tour, das Bullyversum und das 4D-Erlebniskino 27,50 Euro. Das schien uns etwas viel. Die Filmstadt-Tour allein kostet 13 Euro – was wiederum ein sehr fairer Preis für die spannende Führung ist! (Stand: 2015)
  • …oh, und Geburtstagskinder kommen gratis rein.
  • Öffnungszeiten, Anfahrt (am besten mit der Tram) und mehr Informationen: www.filmstadt.de

 

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