Eden Project: Im Dschungel von Cornwall

Eden. Ein enges, grünes Tal liegt vor mir. Von Büschen und Rabatten gesäumte Pfade führen hinab. Mir gegenüber: milchglasige Halbkugeln, hier Biome genannt, die sich an Felsabhänge anschmiegen.

Auf meinem Weg durch Cornwall besuche ich The Eden Project. Solche Orte haben es mir ja angetan: Eine Vision, ein futuristischer Anspruch, Mensch und Natur. Einst war dies ein Bergwerk, heute blühen hier Gärten.

Ich folge den Wegen. Viele Familien sind gekommen, es herrscht fröhliches Geschrei. Irgendwie fühle ich mich unwohl, kann jedoch nicht sagen, woran es liegen mag. Aus einem Zelt dringt Gebrüll vom Band: Dinosaurier, die im ganzen Park beworben werden. Hier stehen Eltern mit ihren Kindern an. Ich gehe weiter hinüber zu den Biomen.

Das Eden Project mit seinen Biomen entstand in einem alten Tagebergbau in Cornwall

Bunte Blumen in den Gärten des Eden Project in Cornwall

Die Hauptattraktion ist der Dschungel: Tiefes Grün, Hitze, Pflanzen aus allen Erdteilen. Dazwischen jede Menge Touristen. Die Halle ist gewaltig, der Pfad führt hinauf, bis ich über den Baumkronen stehe. Mir ist heiß, ich bin beeindruckt, und leicht gelangweilt.

Das ist im Nachbar-Biom nicht anders: Hier wachsen mediterrane Pflanzen, die Halle erinnert mich an Spaziergänge auf griechischen Inseln. Hell und freundlich liegt zentral eine Pizzeria, daneben eine kleine Bühne, wo eine Geschichtenerzählerin Kinder unterhält. Gärten blühen. Mein Interesse erwacht beim alt-römischen Küchengarten. Ja, ich bin ein Geek.

Im tropischen Dschungel des Eden Project im sonst gar nicht so tropischen Cornwall

Der tiefgrüne Dschungel in einem der gewaltigen Biome des Eden Project

Draußen finde ich ein Café – mit WiFi. Ich muss noch eine Bleibe für den heutigen Abend suchen. Und irgendwie habe ich keine weitere Lust mehr, hier durch die Anlage zu streifen. Sie lässt mich merkwürdig kalt, auch wenn dieses Eden schon meisterhaft angelegt ist. Was fehlt mir bloß? Warum bin ich nicht begeistert?

Die farbenfrohe Blumenpracht im Eden Project in Cornwall

Ich esse einen fürchterlich faden Gemüse-Wrap. Nicht mal eine Übderdosis Salz kann da etwas retten. Ich buche am iPhone mein Hotel in St. Ives, was noch knappe zwei Stunden Autofahrt über liebliche doch anstrengende Landstraßen entfernt liegt.

Den Hang hinauf gehe ich zurück zum Besucherzentrum des Eden Projects. Mein Blick streift noch einmal über das grüne Tal. Dann geht’s durch den Souvenirshop zurück zum vollen Parkplatz.

 

Ein bisschen Info

  • Der Eintrittspreis: Erwachsene zahlen stolze 25 Pfund, Kinder bis 16 Jahre 14 Pfund. (Stand: 2015)
  • Öffnungszeiten, Anreise und alles weitere Interessante über das Eden Project gibt es natürlich hier: www.edenproject.com

 

Alle weitere Beiträge meiner Reise „Im Süden Englands“ findet Ihr hier.

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