Paris – eine Liebeserklärung

Paris, ich liebe dich.

Du hörst das häufig, ich weiß. 
Ich bin nicht der Erste, ich werde nicht der Letzte sein.
Dir ist das egal.

Hoch erhobenen Hauptes gehst du einfach weiter, ohne dich nach mir umzublicken.

Du bist grausam.
Und ganz ehrlich: du trägst, nur schlecht versteckt, die ein oder andere Falte mit dir rum. Doch auch daraus scheinst du dir nichts zu machen. Vielleicht würdest du dich selbst bedauern, sähe niemand hin. Da jedoch ständig immer jemand hinsieht, zeigst du dein Gesicht voller Stolz.

Eine Häuserfassade mit zwei Dachgeschossen in Paris

Du hast ja jedes Recht dazu!
Du bist wunderschön.
Trotz, oder gerade wegen deiner Macken. Du hast elegance, kommst nie zur Ruhe, und nimmst dir dennoch alle Zeit der Welt. Du kannst herrlich dreckige Witze erzählen.

Ich liebe dich für dein Temperament, für deine schattigen Boulevards, deine wunderschöne Architektur, deine Gärten, deine Museen.
Du gehst verschwenderisch mit Sehenswertem um. Da sind deine Straßenmärkte voller Leben, dein Lärm, deine ruhigen Ecken, deine Monumente.
Ich liebe dich wegen deiner Bistros an jedem Straßeneck. Im Sommer sitzen wir alle auf deinen Trottoirs. Trinken, essen, plaudern.
Du hast Kultur für mehr als nur ein Leben!
Oft höre ich Kinderlachen.
Und du kannst kochen.

Kleine Tische mit zur Straße ausgerichteten Stühlen stehen vor einem Bistro im 12. Stadtviertel. Die Plätze sind voll, auf den Tischen stehen Getränke und Speisen. Es ist ein sonniger Tag, und die Menschen sind sommerlich gekleidet. Im Hintergrund eine Markise, auf der "Pause Café" geschrieben steht.

Eine ältere Frau, in schwarzer Kleidung und schwarzen Stiefeln mit neon-gelben Schnürsenkeln sitzt an einem Bistro-Tisch gebeugt über ihrem iPad

Paris, ich habe dich in den letzten Jahren vernachlässigt.
Verzeihen wirst du mir das nie.

Falsch. Dir ist es egal. Ich leide, und liebe dich. Du bist meine femme fatale.
Ich werde wieder kommen, und du wirst gut zu mir sein …

Paris, je t’aime.

 

 

 

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14 Gedanken zu „Paris – eine Liebeserklärung

  1. Ich gestehe: Ich kann die Liebe zu Paris nicht nachvollziehen. Die beiden Male, als ich dort war, hat es mich furchtbar gestresst. Alles liegt so weit auseinander. Es ist laut, viel verkehr… zu viel für mich.

    Aber ich weiß ja, dass z.B. viele meine Liebe zu Florenz nicht nachvollziehen können- und ich wiederum dann nicht nachvollziehen kann, wieso sie das nicht nachvollziehen können. So wird es dir da sicher auch gehen :)

    1. Paris ist keine einfache Liebe, auf den ersten Blick war die schon gar nicht. Aber Paris ist hinterhältig, und irgendwann – als die langen grauen Wintertage verschwanden und ich zum ersten Mal bei Sonnenschein in den Gärten der Stadt saß – erwischte es mich. Und lässt mich seitdem nicht los.

      (Aber gegen eine gelegentliche Affäre mit Florenz habe ich auch überhaupt nichts einzuwenden … )

      1. ja, naja… mein erster Besuch in Paris war ja an einem strahlend schönen Frühlingstag. Keine Ahnung, ob Du meinen Beitrag dazu gesehen hast? Die Bilder sind auch wirklich toll geworden und ich fand auch den TAg sehr schön. Aber Paris war mir einfach zu laut, zu stressig… ich war so reizüberflutet, aber nicht auf die angenehme Art. Leider.

        Bei meinem letzten besuch ging es mir dann ähnlich. An sich fände ich es sehr schön – wenn nur nicht überall so ein Lärm wäre!

      2. Sorry, dein Kommentar ist mir durchgerutscht.

        Mein Tipp: schau, dass du die Gärten in Paris besuchst. Den Jardin du Luxembourg oder Buttes Chaumont, danach vielleicht in eines der nahen Bistros. In Paris darf man nicht zu viel auf einmal machen, denn ja, sonst stresst es leicht.
        Denke ich :)

      3. ich war ja nur zwei Mal einen Tag dort… der erste Tag war sogar sehr entspannt, ganz gemütliches bummeln. aber einfach – zu laut. Der schönste Platz waren die Tuilerien… da wars wenigstens mal ruhig.

      4. Da möchte ich dir sagen: die Tuilerien sind für mich noch der lauteste der Gärten und Parks. So viele Touristen und die Nähe des Place de la Concorde … Les Jardins du Luxembourg ist eine wundervolle Ecke. Genauso wie Buttes Chaumont … ach ja ….

  2. Hach Paris.
    Hach London.
    Hach New York.

    Hach Berlin. :)
    Schöner Artikel, den ich auch nachvollziehen kann. Ich für meinen Teil habe aber festgestellt, dass ich kein Stadtmensch bin. Ich guck mir gerne Städte an, ohne Frage. Aber lieben tue ich sie nicht. Ich mags ruhiger… typisch Landei :D

    Schöne Grüße,
    Marc

    1. Danke dir Marc!

      Okay, ich wohne in einer Großstadt (München). Wobei Paris schon eine andere Nummer ist.

      Was ich allerdings nachvollziehen kann: nach meinem ersten Besuch in New York hatte ich mir gut vorstellen können, dort eine Weile zu leben. Ja, ich hätte es mir gewünscht. Doch letztes Jahr, da war mir dort zu viel los, ständig Leben, nie eine Minute Ruhe und Gelassenheit.
      Da lebe ich doch sehr gerne in meinem Millionendorf an der Isar …

  3. Ich fühle mich, als würdest du aus meinem Herzen sprechen. Die Liebe zu Paris, die du beschreibst, ist genau das, was in mir steckt. Ich liebe diese Stadt und bin glücklich, wenn ich dort Zeit verbringen kann. Die Stadt der Liebe ist eine Stadt, die einen – zumindest mich – in den Bann zieht und für die ich vermutlich alles stehen und liegen lassen würde, um ein paar Stunden durch die wundervolle Straßen flanieren kann. Ein wunderschöner Text!

    1. Vielen Dank!
      … Paris spielt in meinem Leben eine ganz große Rolle. Hoffe das kam in dem Text ansatzweise rüber.
      Wenn nicht: demnächst kommt an dieser Stelle noch mehr Paris! :)

      1. Ja das kam auf jeden Fall rüber! Für mich ist Paris die schönste Stadt der Welt und auch irgendwie die Liebe meines Lebens.

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