Rom I – Das Süße Leben

Blick über Rom, der Altare della Patria sticht weiß hervor

Eine Schönheit, in ständigem wohl gepflegten Verfall begriffen.
Rom kann man lieben.

Unweit der Spanischen Treppe, in einem Straßencafé. Der Kellner bringt zwei Tassen Cappuccino, schafft es, diese zu verschütten, drei Minuten später bringt er Ersatz und eine Reihe “Scusi”.

Rom, diese ewige Stadt, lädt zum Süßen Leben ein. Dolce Vita. Eine Verführerin ist dieses Rom. Wir streifen, ziellos, durch die mittelalterlichen Straßen und Gassen. Überall gibt es etwas zu sehen, zu staunen, zu kosten. Es ist mein erstes Mal hier, und ich verliebe mich schnell. Rom ist kaum aufgeregt, ich hatte mir das anders vorgestellt, und bin daher sehr zufrieden.

Ein junger Mann fährt mit seinem Rad an einer Bar in Trastevere vorbei

Die drei Tage, die wir hier sind, essen wir nie großartig, aber recht gut. Mittags sitzen wir an Tischen vor den Lokalen, abends innen drinnen. Im wuseligen Viertel Monti, gleich hinter den Kaiserforen, essen wir in einer Osteria, die an einen fröhlich eingerichteten Party-Keller erinnert. Ich bestelle Saltimbocca und Daniel Pasta. Im Anschluss gibt es auf der Straße an einem der vielen Möglichkeiten ein Eis.
In einer nahen, verwinkelten Kneipe voller gemütlicher Wohnzimmer-Möbel spielen zwei Musiker Jazz und Rhythm’n’Blues. Ein Absacker noch, dann kehren wir in unsere Pension zurück.

Die Pension liegt in der Nähe des gewaltigen römischen Hauptbahnhofs, Termini. In den Gassen drumherum reihen sich indische, pakistanische, chinesische und koreanische Geschäfte. Unser Wirt heißt Ahmed.

Ein erleuchtetes Neon-Schild einer "Ristorante Pizzeria"

Blick über den Tiber, über eine Brücke, in der Ferne die mächtige Kuppel des Petersdoms

Bis zum Kolosseum gehe ich in guten 30 Minuten. In Rom ist man gut zu Fuß unterwegs. Dabei entdecken wir immer wieder etwas: alte Steine, Zeugen einer vergangenen Welt; kleine Plätze, Cafés, viel zu viel Kirchen, das jüdische Viertel, wo wir einmal zu Mittag essen.

Angetan hat es mir das Viertel Trastevere. Gemütlich, fast kleinstädtisch ist es hier. Das nächste Mal möchte ich mehr Zeit hier verbringen, die Gassen erkunden, vielleicht ein Zimmer beziehen. Und auch hier: Dolce Vita. Wir kaufen uns ein Eis, sitzen einmal in diesem Straßencafé, mal in dem anderen. Wieder verschüttete Getränke. Dieses Mal mein Weißwein, der auf Daniel landet. Sich peinlichst entschuldigt bringt die sehr blonde Bedienung mir schnell ein neues Glas. Für den Rest des Tages riecht Daniel nach Alkohol.

Eine junge, blonde Kellnerin in einem Straßencafé in Trastevere

 

Über Trastevere gelegen, zeigt sich ganz Rom: von einem Hügel aus. Gleißend weiß sticht das Kapitol hervor, links davon Pantheon, Spanische Treppe, Palazzi, Straßengewirr; rechts davon Ruinen von Kaiserpalästen. Nur das Kolosseum bleibt verborgen. Seltsam.
Wir dösen in der Sonne.

An unserem letzten Abend beginnt es zu regnen, dann schüttet es. Wir kommen an den Foren vorbei, am Kolosseum. Die Regenschirme kapitulieren gegen die Wassermassen. Durchnässt bis auf die Haut kehren wir in einer Enoteca ein.

Ein letztes Abendessen. Bruschetta, Lasagne, Salat, zwei Glas Rotwein, eine sündige Tiramisu.

Satt, zufrieden.

Grazie Roma, du Verführerin, du stolze Schöne, du Lebensfrohe.

 

Goldenes Abendlicht fällt über die Kuppel einer Kirche hinein eine Gasse im Viertel Monti

 

 

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10 Gedanken zu „Rom I – Das Süße Leben

  1. Rom muss man einfach lieben :-) Bin selbst ein großer Fan der Stadt und freue mich immer wieder, wenn sie am Monatsende in meinem Dienstplan auftaucht :-) LG Franzi

  2. Ui,

    da freut sich mein romverliebtes Herz, wieder einen schönen Bericht über die schönste aller Städte gefunden! Vielen Dank dafür ;)

    Weniger mit Beiträgen, auch wenn es davon einige gibt, als mit Fotos kann ich aufwarten – würde mich über einen Besuch sehr freuen:

    http://www.le-mie-foto.de

    lg,
    AS

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