Der Zauber von Kyoto – Teil 2

Yoshi führt uns die Gasse hinauf, vorbei an den alten Häusern von Gion, Kyotos ehrwürdigem Geisha-Viertel.



Yoshi ist unser Herbergsvater. Er betreibt zusammen mit seiner Frau, die sich allerdings mehr um das frischgebackene Töchtern kümmert, das nette Ichiensou Guesthouse. Ein sympathisches altes Haus mit dunklen Hölzern und tief-gemütlichem Aufenthaltsraum.

 

Abendstimmung in Gion

Für heute Abend hat Yoshi seine Gäste zu einem Spaziergang durch Gion eingeladen.
Wir folgen ihm durch die Gassen. Zwei Engländer, ein Südafrikaner, eine Französin, eine Koreanerin, eine umwerfend schöne Bangladeshi und ich, der Deutsche. Angenehm unterhalten wir uns. Wir biegen rechts ab in einen unscheinbaren Durchgang, da stehen wir dann in der Mitte eines kleinen Schreins. Ein Berg aus Papierstreifen erhebt sich vor uns. Darauf: Gebete, wie Yoshi erklärt. Irgendwie tief darunter soll ein Stein stehen, den nun eine dicke Schicht von Papier umhüllt. 

Yoshi erzählt. Von der Bedeutung der Religion in der japanischen Kultur. Von der Geschichte Kyotos. Von seinem Roadtrip durch Neuseeland. Von dem Sinn und Zweck japanischer Stundenhotels, was uns einleuchtet. Dabei spazieren wir immer weiter durch das abendliche Gion.

Tausende Zettel mit Gebeten bedecken diesen Stein (den man nicht mehr sehen kann) in einem Schrein in Gion

Das Viertel ist zauberhaft. Wie aus der Zeit gefallen. Die Straßen sind angenehm gold-gelblich beleuchtet. Wir kommen an Tempeln vorbei, und Restaurants, Pagoden, und einer gewaltigen sitzenden Frauen-Statue. Der Abend ist mild und ich höre Yoshi, der diesen wunderbaren Namen trägt, gerne zu.

Danke für diesen Spaziergang.

 

Am Goldenen Haus

Golden erstrahlt es, Kinkaku-ji, das Goldene Haus, von fast so vielen Japan-Prospekten wie der heilige Berg Fuji. Dort hinzugelangen verlangt etwas Aufwand. Dieser Tempel liegt am anderen Rande Kyotos, die Busfahrt dauert.

Dort angekommen: tausende Schüler, adrett in ihren Uniformen, lachend und herumirrend. Dahinter ältere Männer und Frauen. Ihre Lehrer?
Ich zwänge mich durch. Das Goldene Haus ist hübsch anzusehen. Über und über ist es mit Gold bedeckt, und liegt malerisch an einem schönen Teich. Ich mache pflichtbewusst meine Fotos, komme an einem Souvenirstand mit Hello Kitty Motiven vorbei, und setze mich in den Garten eines Teehauses. Ich bin der einzige Gast. Die Bedienung im seidenen Kimono bringt mir eine Tasse Grüner Tee und dazu ein winzig kleines Stückchen Zuckerkuchen.

Das Goldene Haus in Kyoto

Der feingepflegte Steingarten des Ryoanji Tempels in Kyoto

Durch die nette, angrenze Nachbarschaft streifend, gelange ich mehr durch Zufall zum Ryoanji Tempel. Wieder: eine nette kleine Anlage. Bekannt sei sie für ihren Steingarten, lese ich in meinem Reiseführer. Leider zu bekannt. Meditation beim Anblick des schönen, symmetrischen Gartens ist herausfordernd bei den Menschenmassen um mich herum. Doch was mag ich mich beschweren? Ich bin ja schließlich auch zu Besuch dort.

Der angrenzende Landschaftsgarten mit großem Seerosenteich, in dem Schildkröten schwimmen, gefällt mir mehr. Hier ist es ruhig, und ich stoße auf einen Hain mit feinen Nadelbäumen.

Auf dem Weg zurück in die Innenstadt stelle ich mich nicht gerade geschickt an. Wo ist bloß die nächste Bushaltestelle? Ich stolpere durch ein japanisches Wohnviertel. Kleine Einfamilienhäuser mit Garagen und Einfahrten, nicht viel anders als zu Hause, doch eben japanisch. Auch ein Erlebnis. Aber wo ist der Bus?
Eine größere Straße, endlich: eine Bushaltestelle. Wann der nächste kommt, kann ich nicht lesen. Wohin er fährt auch nicht.

Doch die Sterne stehen günstig und so stehe ich 30 Minuten später wieder im Zentrum von Kyoto.
Fortsetzung folgt … hier findet Ihr „Der Zauber von Kyoto – Teil 1“

–Mai 2013–
Alle Beiträge meiner Korea & Japan Reise 2013 findet Ihr hier.

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