Busan: Von Fischen, Bädern und Abenden voller Licht

Der Hafen von Busan

Busan gefällt mir.
Die Millionenmetropole am Südzipfel Koreas ist sympathisch, quirlig, die Farben scheinen hier kräftiger. Das Gewirr aus Straßen und Hochhäusern ist quer über Hügel, Täler und Meeresbuchten bunt gewachsen.

Die Menschen in Busan messen ihrem Äußeren nicht so viel Bedeutung zu wie in der Hauptstadt, doch sie wirken auch entspannter und freundlicher.

Busan

Fischerboote im Hafen von Busan

 

Das komfortable Guest House, in dem ich übernachte, liegt im 7. Stock der neuen Fischhalle, direkt am Hafen. Die Rezeptionistin ist eine junge Frau, die Tag und Nacht da zu sein scheint. Sie ist nett und spricht ein schönes, weiches Englisch. 
Eine Weile sitze ich auf der Terrasse, blicke über Boote, Häuser und das türkisblaue Meer, auf dem Sonnenlicht funkelt. Eine honigrote Katze leistet mir Gesellschaft.

Der Fischmarkt vor der Tür ist ein gewaltiges Labyrinth. Berge an Fisch und Krabbeltieren. Viele von ihnen wirken viel eher aus “Star Wars” als aus dem Meer. Ein Oktopus versucht aus seinem roten Waschzuber zu klettern. Ein alter Mann mit furchigem Gesicht hindert ihn mit einem langen Holzstock an der Flucht. Ich habe Mitleid mit dem Tier, gehe weiter, und staune. Die Fremdheit dieses Ortes überflutet mich, mir ist schwindelig.

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Bekannt sei Busan für seine zahlreichen Bäder, erzählt mir der Lonely Planet. Seit einer Woche bin ich in Südkorea, ich will meine Batterien wieder etwas aufladen, und fahre daher in ein Bad im Norden der Stadt.
Der Eingang hierzu liegt irgendwo versteckt in einem Convention Center. Am Empfang gibt mir eine junge Frau zwei Schlüssel für meine Spinde: ein Spind gleich am Eingang für die Schuhe, und ein weiterer Spind in der Umkleide für Kleidung. Hunderte Spinde reihen sich nebeneinander.
Wir sind hier nackt, das Bad ist getrennt in Damen- und Herrenbereiche. 
Zuerst wasche ich mich gründlich, wie es Sitte ist. Dabei schiele ich auf die anderen Badegäste. Ich will nichts falsch machen, nicht unangenehm auffallen. Dabei falle ich so oder so auf.

Das Bad ist groß, mit mehreren Becken. Heißes Thermalwasser blubbert darin. Ich weiche mich ein, betrachte die Menschen um mich herum. Junge Männer, alte Männer, Gruppen, Freunde, ein Vater mit seinem kleinen Sohn. 
Die angeblich finnische Sauna ist mit Teppich ausgekleidet, in der Ecke läuft ein Fernseher.

Dann lasse ich mich von einem Bademeister abschrubben. Irgendwie macht er mir klar, wie ich zu liegen habe. Er bindet sich einen rauen Lappen um seine rechte Hand und seinen Unterarm und reibt mich damit kraftvoll ab. Zu guter Letzt wäscht er mich mit Seife. 
Meine Haut ist weich wie eine Wolke, und ich döse auf einer Liege. Danach geht es zurück ins Wasser.

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Am Abend streife ich wieder durch die Straßen Busans. Über Tag sehen diese nach nicht viel aus. In der Dunkelheit glitzern sie. Alles leuchtet, schimmert, funkelt, strahlt. Überall junge Menschen. Mir ist die Stadt arg sympathisch. An den U-Bahn-Halten sehe ich Automaten, die Bücher verkaufen.

Wieder sitze ich in meinem Guest House, mit einem koreanischen Bier in der Hand. Leichter Jazz spielt, und ich blicke hinaus auf eine bunt leuchtende Brücke.

Ich bin froh, hier zu sein.

–Mai 2013–

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Mehr über meine Japan & Korea Reise 2013 :

 

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