Malmö: mal eben nach Schweden

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Kurz nach Schweden. Weil ich es kann.
 Rein in den Zug, einmal quer über diese gewaltige Brücke, von der man nicht viel sieht, außer dass man sich wahnsinnig hoch über dem Wasser befindet. Schon ist man da.

Knapp eine halbe Stunde braucht’s von Kopenhagen nach Malmö.

Jetzt sitze ich am Öresund, auf der schwedischen Seite. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, das Meer auch.

Okay, ganz so einfach war es dann doch nicht. Was wohl mein eigener Fehler war:
 Kaum angekommen in Malmö, verirrte ich mich am Hafen zwischen Kaimauern und Lagerhallen. Trotzig denke ich: Der Weg hätte besser ausgeschildert sein können. Vielleicht habe ich die Schilder aber auch einfach nicht gesehen.
Eigentlich stört es mich auch nicht, mich zu verirren. Ein Weg findet sich ja immer, und zwischendrin stolpere ich über Ecken, die ich so nie erwartet hätte.

Doch nun bin ich hier, direkt am Wasser zwischen Nord- und Ostsee. Ich glaube, genau geradeaus blickend die Türme Kopenhagens im fernen, dunstigen Grau liegen zu sehen. Ein dicker Frachter kreuzt meinen Blick.
Rechts von mir liegt das offene Meer, da geht es zur Nordsee. Und links erhebt sich monumental die Öresund-Brücke. Sie bindet Skandinavien an den restlichen Kontinent.
In früheren Zeiten wäre sie staunend Weltwunder genannt worden. Heute gibt es immer mehr dieser baulichen Wunderwerke. 
Was ein jedes einzelne von ihnen jedoch nicht weniger zu einem Wunder macht …

Neben hunderten Einheimischen und arg vielen Touristen sitze ich auf den Stufen der Uferpromenade. Ein paar Jungs springen ins Wasser. 
In Kreide geschrieben teilt eine nahe Tafel die heutige Wassertemperatur mit: 17°.
Ich schüttle den Kopf.
Hinter mir erhebt sich schneeweiß der “Turning Torso”, ein Hochhaus, das an einen DNA-Strang erinnert. Oder an eine kranke Wirbelsäule. Ich sollte mal wieder zu einem Chiropraktiker, denke ich mir, und schüttle wieder den Kopf.

In einem Coffee House – und außer einem überlaufenem italienischen Bistro finde ich trotz all der Kundschaft nur wenig anderes – hole ich mir ein Sandwich und einen Muffin, den ich auf der Terrasse todesmutig gegen eine Krähe verteidigen muss.

Nochmals schaue ich auf das Wasser, das Schweden und Dänemark trennt, und betrachte wie hypnotisiert ein vorbeifahrendes Schiff, bis dieses unter der Brücke verschwindet.

Ich stehe auf, ich will zurück nach Kopenhagen, mich mit meinen Freunden dort wieder treffen. 
Ich gehe zurück zum Bahnhof.

Auf dem Weg dorthin verirre ich mich.

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