Philadelphia … Death by Cheesesteak

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Nochmals eimal Philadelphia, noch einmal Essen.
Kate drängt mich dazu. Eine lokale Spezialität soll, nein muss!, ich noch probieren. Unbedingt.
Das legendäre, sagenumwobene “Philalephia Cheesesteak”.

Sehr 21st-Century-like die Online-Kritiken auf ihrem iPhone gecheckt, führt mich Kate zu einem kleinen Imbisslokal unweit unseres Hotels. Boden und Wände sind gekachelt, die Leisten entlang der Tische verchromt, ein Neonschriftzug leuchtet in einer Ecke. Ein aufgeräumtes Fast Food-Lokal. Eine lange Theke mit zwei Bestellfenstern steht gegenüber dem Eingang. Dahinter zu sehen, die Küche und zwei junge Kerle – der eine mit Tattoos, der andere mit zarten Bartflaum über der Oberlippe.

Kate bestellt am rechten Fenster zwei Cheesesteaks für uns, unbedarft ordere ich am linken Fenster (alles fein getrennt) Pommes. Eine Portion. Für zwei. Noch schießen mir Gedanken durch dennoch Kopf, ob das denn für uns reicht. Ich armer Narr!
Mit einer Fehleinschätzung, der auch ich aufsaß, muss gleich an dieser Stelle aufgeräumt werden: es handelt sich beim “Philadelphia Cheesesteak” irreführenderweise nicht um ein Steak.
Es handelt sich beim “Philadelphia Cheesesteak” vielmehr um den Alptraum einer ganzen Reihe Ernährungswissenschaftlern…

Man nehme: ein großes, armlanges, weiches, über-weißes Baguettebrot. Dieses bitte so gekonnt aufschneiden, dass es sich mittig aufklappen lässt.
Dieses mittig aufgeklappte Baguette belege man nun mit Unmengen Scheiben fein geschnittenem, gebratenem Rindfleischs. Gerne gefühlt eine halbe Kuh, wenn Platz ist. Zum Schluss, das muss nun sein, nehme man die große Tube mit gekünstelt-gelbem, flüssigem Käse (! – dieses Konzept möchte ich nicht näher erklärt bekommen) und verteile davon reichlich über Brot und Fleisch.
Gerne kann man nun noch je nach Belieben Zwiebeln, Paprika, Chili oder andere Grundnahrungsmittel großzügig darüber verteilen.

Dazu empfiehlt sich ein Literbecher Soda. Light, bzw. “Diet”. Wegen der Kalorien, versteht sich.

Beim Verzehr dieses zugegebenermaßen brutalstleckerem Ernährungsmonsters bricht mir der heiße Schweiß auf der Stirn aus. Mit jedem Biss wird mir schwerer zu Mute. Kann man eigentlich fühlen, wie sich Arterien urplötzlich verfetten?

Ehrgeiz und Dummheit sind ja gerne Bettgefährten, und so will ich mit aller Kraft ich dieses Ding bezwingen. Bissen für Bissen. Brot. Fleisch. Käse.
Schon sehe ich mich wie vom Schlag getroffen vom Barhocker rutschen.
Tod.
Auf Grund von Essen. Gab’s da nicht was von Monty Python? Warum gab’s kein Minzplätzchen zum Abschluss?

Kurz: das Philadelphia Cheesesteak war ein Traum und ein Everest zugleich. Eine brillante Kombination von zu viel von allem.

18 Stunden später war mir dann endlich wieder nach Essen.

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